Conbericht Perry Rhodan Weltcon 2011

Das Raumschiff Rosengarten ist wieder gelandet

Aber der Reihe nach. Ein Conbericht beginnt ja mit der Anreise. Die verlief in meinem Fall relativ reibungslos. Zunächst galt es das Hotel zu finden. Das lag in den Quadraten. Und da macht Autofahren absolut keinen Spass. Nicht, weil alles eine 30er Zone ist, sondern weil es für Fremde schwierig ist, durch das Labyrinth der Einbahnstraßen zu finden. Gut wenn man einen guten elektronischen Navigator dabei hat. Mein Modell lotste mich nach einem kleinen Umweg, den ich verschuldet hatte, direkt zum Hotel. Wo man auf das nächste Problem stößt. Parken in der Mannheimer Innenstadt ist nicht einfach und schon gar nicht billig. Also doch erstmal zähneknirschend zum „Schnäppchenpreis“ von 12 Euro in die Tiefgarage des Hotels.

Nach einem kleinen Fußmarsch durch die Quadrate waren wir pünktlich zum Einlass um 16 Uhr am Kongresszentrum Rosengarten.  Das liegt direkt neben dem Wasserturm, am Anfang (oder Ende?) der Augusta-Anlage. Ich habe ein paar Bilder davon gemacht. Direkt nach dem Einlass und dem Empfang der gut gefüllten Con-Tasche dann die erste Überraschung: „Herzlich Willkommen auf dem Raumschiff Rosengarten“ war auf diversen Monitoren zu lesen. Moment, das Gebäude sah doch von außen alt und ehrwürdig und ganz und gar nicht wie ein Raumschiff aus. Ein Blick ins Programmheft ließ jedoch keine Zweifel zu:  „18:00 Uhr: Con-Auftakt mit Stapellauf >Raumschiff Rosengarten<“ war dort zu lesen…

Bis dahin wurde das „Raumschiff Rosengarten“ erst einmal erkundet. Neben zwei große Säälen gab es zwei Foyer-Bereiche mit Vurguzz-Bars und Ausstellungsobjekten bzw. zahlreichen Clubtischen. Und natürlich gab es allen vorherigen Gerüchten zum Trotz eine Börse mit zahlreichen Händlern. In einer Multimedia-Media Lounge konnten E-Book-Reader mit Perry-Inhalten ausprobiert werden.

Gegen 18 Uhr gab es dann tatsächlich einen Ruck und das „Raumschiff Rosengarten“ hob ab. Mike Hillenbrand eröffnete den Vor-Con zusammen mit Klaus N. Frick und Rüdiger Schäfer, der dem staunenden Publikum erklärte, das man das fliegende Raumschiff jederzeit durch Transmitter im Eingangsbereich betreten und verlassen könne. Außerdem werde für die Zeit nach dem Weltcon eine Crew gesucht und möge doch bitte die Bewerbungsunterlage aus der Con-Tasche ausfüllen und abgeben. Später haben wir die Transmitter selbst ausprobiert und siehe da, wir waren da, wo wir es erwartet haben. In Mannheim am Wasserturm.

Der nächste Morgen begann erst mal damit, das Auto an einem preiswerteren Ort abzustellen. Viele Dank an dieser Stelle noch mal die nette Dame vom Infopoint Mannheim auf dem Con. Die Parkplätze am Luiesenpark/Technoseum sind kostenlos und die Straßenbahnlinie 6 fährt direkt zum Wasserturm. Ein guter Tipp! Nach ausgiebigem Frühstück konnte dann der Con beginnen.

Zur Eröffnung war der große Mozartsaal wirklich bis auf den letzten Platz besetzt. Nach einer kurzen Begrüßung durch zwei Außerirdische ging es dann mit Chefmoderator Mike Hillebrand und zwei sehr gelungenen Eröffnungsreden von Wim Vandermaan und Andreas Eschbach los. Besonders die Vergleiche von Andreas Eschbach waren sehr interessant – ist Perry Rhodan doch nicht nur die größte Science Fiction Serie der Welt, sondern die mit Abstand längste geschriebene (Fortsetzungs-)Geschichte der Welt.

Die neue Reihe Perry Rhodan NEO war am Stamstag gleich Thema mehrerer Programmpunkte. Was steckt hinter NEO? Vereinfacht könnte man sagen: Perry fängt von vorne an. Perry Rhodan Reloaded würde es vielleicht besser beschreiben. Die Reihe beginnt mit dem Roman „Sternenstaub“ von Frank Borsch. Wieder fliegt Major Perry Rhodan mit der Stardust zum Mond. Und wieder findet man dort ein Raumschiff der Arkoniden. Aber NEO spielt nicht 1971, sondern die Handlung wurde ins das Jahr 2036 verlegt. Und es wird auch nicht einfach die alte Handlung neu erzählt, sondern es wird neu erzählt. Es wird daher zukünftig zwei Perryversen geben, das der klassischen Erstauflage und das NEO Perryversum. Beide sollen nebenher existieren. Paralleluniversen sind in SF-Handlungen ja nicht Neues.  Perry Rhodan NEO ist damit ideal für Neueinsteiger, die keine Lust haben, die mehr als 2700 Romane der Serie zu lesen, um dann auf dem Laufenden zu sein. Hier geht wieder bei NULL los.  Vermutlich hofft der Verlag, mit NEO auch wieder verstärkt auf ausländische Märkte erfolgreich zu sein. Die neue Serie erscheint in Deutschland 14 tägig als Taschenheft zum Preis von 3,90 Euro. Der erste Roman kam am 30.9.2011 in die Kisoke und Bahnhofsbuchhandlungen. Wünschen wir der Serie viel Erfolg und ein langes Leben.

Und noch einen Programmpunkt aus dem umfangreichen Angebot möchte ich erwähnen. Der Programmpunkt „Kurs 3000“ mit Klaus N. Frick und Uwe Anton weckte falsche Hoffnungen. Statt handfester Fakten oder wenigstens vagen Andeutungen der künftigen Handlung wurde hier die Uraufführung der neuen Perry Rhodan Hymne „Fly to the Stars“ von den Cosmolodics als Maxi-Version mit Spracheinlagen von Klaus N. Frick und Uwe Anton geboten. Handwerklich ok, inhaltlich war es nicht das, was erwartet wurde. Und ob „Fly to the Stars“ als Hymne durchgeht, wie die Presseabteilung vom Verlag angekündigt hat, das ist eine gute Frage. Die Hymne meines Lieblingssportvereins erkennt man nach drei Noten. So eingängig ist „Fly to the Stars„. Irgendwie aber doch einprägend. Und von der CD „Ad Astra“ auch eingängiger als die aufgeführte Langversion.

Und so verging die Zeit wie im Fluge und am dritten Tag war es schon wieder Zeit, die Koffer zu packen. Auf dem Vormittagsprogramm stand dann mit der „Elefantenrunde“ einer der interessantesten Programmpunkte auf der Tagesordnung. Alle Team-Autoren waren gemeinsam auf der Bühne und beantworteten die Fragen der Leser, die an den beiden Vortagen gesammelt wurden. Die folgende Autogrammstunde der Autoren sprengte dann das Restprogramm. Die Schlange der auf die Autogramme wartenden Leser war so lange, dass alle folgenden Programmpunkte 90 Minuten später anfingen oder ganz entfielen. Und so landete das „Raumschiff Rosengarten“ dann erst gegen 16 Uhr wieder in Mannheim.

Und am Ende eilten zufriedene Fans aus dem Gebäude, um bei sommerlichem Wetter die Heimreise anzutreten. Einige Besucher mußten aufgrund der Verzögerungen im Programm schon vor dem Ende aufbrechen, weil Züge noch nicht auf Raumschiffe warten. Also bis zum nächsten Weltcon 2021! Oder vielleicht schon auf dem „Raum & Zeit Continuum II“ in Braunschweig im nächsten Jahr?

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